Limburg will mehr Energie einsparen

11.04.2013

Pressemitteilung der Stadt Limburg

zum Energie- und Klimaschutzkonzept Limburg

Im Rahmen des Energie- und Klimschutzkonzeptes für Limburg fand am Donnerstag, dem 11.04.2013, ein Workshop zum Thema Energieeinsparung und Ausbau der erneuerbaren Energien statt. Die Teilnehmer setzten sich aus Vertretern der Stadt, verschiedener Ingenieur- und Architekturbüros, der Energieversorgung Limburg (EVL) sowie deren Anteilseigner Thüga, der Banken, der Industrie- und Handelskammer (IHK) Limburg sowie dem zur Durchführung des Projektes beauftragten Leipziger Instituts für Energie zusammen.

Einleitend stellte der 1. Stadtrat Michael Stanke den Teilnehmern die Bedeutung und Erwartungen der Stadt an das Energie- und Klimaschutzkonzept vor.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Bestimmung von Einsparmöglichkeiten in den Bereichen Haushalte, Gewerbe und städtischen Liegenschaften sowie eine Potenzialanlyse zum Ausbau der erneuerbaren Energien innerhalb der Stadtgrenzen.

Einsparmöglichkeiten in privaten Haushalten
Im Bereich der privaten Haushalte werden knapp 90 Prozent der Energie für die Wärmeerzeugung verbraucht, daher liegt im Wärmesektor auch das größte Einsparpotenzial. Im ersten Schritt sollten sich Hauseigentümer einer professionellen Beratung unterziehen, hierbei kann auf Fördermittel der Stadt zurückgegriffen werden. Aufwendige und kostenintensive Maßnahmen wie eine Fassadendämmung sind durch die Hauseigentümer oft nicht zu leisten. Dabei kann auch mit vergleichsweise geringen  Investitionen viel Energie eingespart werden. Stichworte dafür sind  „hydraulischer Abgleich“, „optimale Einstellung der Heizungspumpe“ oder „Dämmung der oberen Geschoss- und Kellerdecken“. Bei größeren Baumaßnahmen wie „Erneuerung, Aufwertung und Modernisierung von Wohngebäuden“ fördert die Stadt in ihrem Programm „Ortsmitte neu erleben“ bis zu 30 Prozent der nachgewiesenen Kosten, maximal 20.000 Euro. Infoformationen dazu sind auf der Homepage der Stadt sowie in der Broschüre „Sanieren und Energiesparen“ zu finden, die über das Stadtbauamt zu erhalten ist.

Verbrauch der stadteigenen Liegschaften
Im Rahmen des Workshops wurde auch intensiv über die stadteigenen Liegenschaft sowie deren Einsparpotenziale diskutiert. Der Stadt ist klar, dass in vielen Liegenschaften Handlungsbedarf besteht, doch kann hier nur „nach und nach“ etwas getan werden. Das Leipziger Instuitut für Energie hat den Verbrauch der einzelnen Liegenschaften genauer unter die Lupe genommen. Dabei ergab sich, dass fast 60 Prozent der untersuchten Gebäude im Hinblick auf den Wärmeverbrauch deutlich über dem deutschlandweiten Durchschnitt liegen. Beim Stromverbrauch sind es sogar 70 Prozent. Im nächsten Schritt wird vom Projektteam eine Prioritätenliste für weitere Handlungsschritte erarbeitet.

Möglichkeiten der Energieerzeugung
Die größten Potenziale zur Energieerzeugung werden beim Ausbau der Photovoltaik auf Dachflächen gesehen. Die Umsetzung von Freiflächenanlagen wird auf Grund der aktuellen Entwicklungen (stark gesunkene Vergütungen) zwar als problematisch eingestuft, dennoch sind Projekte entlang von Bahnstrecken und Autobahnen sowie auf Lärmschutzwänden denkbar. Eignungsgebiete für Windenergieanlagen sind im aktuellen Teilregionalplan Mittelhessen nur auf einem kleinen Gebiet im Staffeler Wald vorgesehen. Durch die dort verlaufende ICE-Strecke, die Autobahn sowie eine Landstraße wird das Potenzial zum Bau von Windkraftanlagen allerdings stark beeinträchtigt. Die Potenziale zur Biomasse- und Wasserkraftnutzung sind durch zwei Wasserkraftwerke und eine Biogasanlage weitestgehend ausgeschöpft. Es wird angestrebt, in Zusammenarbeit mit dem Bauernverband, dennoch weitere Potenziale zu identifizieren.

Große Einsparpotenziale werden im Bereich Gewerbe/Handel und Dienstleistungen gesehen. Bisherige Angebote seitens der IHK und der EVL werden allerdings nur in geringem Umfang in Anspruch genommen. Ziel muss  sein, kleine und mittelständische Unternehmen zu wirtschaftlichen Einsparmaßnahmen sowie zur Wahrnehmung von Beratungsangeboten (oft kostenlos) zu animieren.

Weitere Informationen zum Stand der Arbeiten und die bisherigen Ergebnisse zur Energie- und CO2-Bilanz sind auf den Internetseiten der Stadt Limburg und der EVL zu finden.

Ansprechpartner für die Bürger/innen:

Peter Spöhrer
EVL Limburg  Fachbereich Energiedienstleistungen  peter.spoehrer@evl.de

Christoph Voigtländer
Projektleiter Leipziger Institut für Energie christoph.voigtlaender@ie-leipzig.com

Link zur Stadt Limburg: Projektstand