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Vier Jahre vor der Zielmarke findet im Juli 2026 in New York das High-Level Political Forum on Sustainable Development (HLPF) der Agenda 2030 der Vereinten Nationen zum Sachstand der Umsetzung der globalen Nachhaltigkeitsziele statt.
Zur Vorbereitung des deutschen Beitrags wurde das Leipziger Institut für Energie zu einem Roundtable-Gespräch am 05.03.2026 in Berlin eingeladen, das unter anderem das Nachhaltigkeitsziel bezahlbare, verlässliche und nachhaltige Energie (SDG 7) in den Blick nahm. Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus verschiedenen Bundesministerien, der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), dem Bundesverband Erneuerbare Energie e. V. (BEE) und der International Renewable Energy Agency (IRENA) wurden Erkenntnisse aus der eigenen Praxis sowie nachhaltige Energieversorgung aus unterschiedlichen Blickwinkeln diskutiert. Geladen hatte das deutsche Netzwerk Sustainable Development Solutions.
In der Gesamtbilanz der Teilnehmenden zeichnet sich ein ambivalentes Bild: Die Trends in Richtung einer emissionsarmen und sozialverträglichen Energieversorgung sind in Deutschland zwar vorhanden, verlaufen aber vielerorts zu langsam und werden durch weltweite Krisen gebremst. Zugleich haben drastische Kostenrückgänge bei Technologien für Erneuerbare Energien deren Wettbewerbsfähigkeit deutlich verbessert – ein starkes Signal der Hoffnung (IRENA). In Deutschland wirken Bürgerenergiegenossenschaften über ihre Rolle als Energieproduzenten hinaus gemeinschafts- und identitätsstiftend (Bündnis Bürgerenergie e.V.).
Nora Günther vom Leipziger Institut für Energie stellte in ihrem Input-Vortrag die Arbeit des Unternehmens im Rahmen von Energie- und Klimaschutzkonzepten vor und betonte die zentrale Rolle kommunaler Klimaschutzmanagerinnen und -manager für die Umsetzung der Energiewende und des Klimaschutzes vor Ort.
Hintergrund: Die Agenda 2030 der Vereinte Nationen umfasst 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs). Sie wurden 2015 verabschiedet und bilden seither ein globales Handlungsprogramm, das von der internationalen bis zur kommunalen Ebene Anwendung findet. Zu den Zielen gehören zum Beispiel die Beseitigung extremer Armut (SDG 1), die Sicherung von Ernährung und nachhaltiger Landwirtschaft (SDG 2), bezahlbare und saubere Energie (SDG 7), nachhaltige Städte und Gemeinden (SDG 11) sowie Maßnahmen zum Klimaschutz (SDG 13). Vielfach streben kommunale Klimaschutzakteure an, ihre Aktivitäten auch im Kontext der übergeordneten Nachhaltigkeitszielsetzungen zu verorten.
Für den evangelisch-lutherischen Kirchenbezirk Leipziger Land sollen Energie- und Treibhausgasbilanzen für die 14 Kirchgemeinden und Kirchspiele erstellt werden.
Das Leipziger Institut für Energie konnte hier unter anderem mit seinen Erfahrungen aus der Zusammenarbeit mit dem evangelisch-lutherischen Landeskirchenamt Sachsens bei der Erstellung eines integrierten Klimaschutzkonzeptes überzeugen. So können bereits bewährte Methoden und Strukturen gezielt auf den Kirchenbezirk übertragen werden.
Besonderer Fokus liegt dabei auf einer einheitlichen und im kirchlichen Kontext vergleichbaren Bilanzierung, welche sich nach den Empfehlungen der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft e.V. (FEST) an der Bilanzierungs-Systematik Kommunal (BISKO) orientiert.
Ein zentrales Merkmal des Projekts ist die konsequente Ausrichtung auf die praktische Weiterverwendbarkeit der Ergebnisse: Die Daten und Berechnungen werden so aufbereitet, dass die, über die nationale Klimaschutzinitiative geförderte, Klimaschutzkoordination die Energie- und Treibhausgasbilanzen künftig eigenständig und konsistent fortschreiben kann.
Die Kirchspiele und Kirchgemeinden erhalten so nicht nur eine vollständige Bilanz ihrer Energieverbräuche und Emissionen, sondern auch einen kompakten Überblick über ihre Ausgangssituation und die wesentlichen Handlungsfelder im Klimaschutz.
Die Landes- und Bezirksverwaltung der Freien und Hansestadt Hamburg verfolgt das Ziel, gemäß § 23 des Hamburgischen Klimaschutzgesetzes (HmbKliSchG) bis 2030 weitgehend CO₂‑neutral organisiert zu sein und damit ihrer Vorbildfunktion gerecht zu werden.
Im Rahmen einer Pilotphase soll für ausgewählte Verwaltungseinheiten eine CO₂-Bilanz erstellt werden. Mit seinem prozessorientierten Ansatz konnte das Leipziger Institut für Energie die Freie und Hansestadt Hamburg überzeugen und erhielt den Zuschlag für die fachliche Begleitung der Pilotphase.
Unterstützt wird das Leipziger Institut für Energie dabei von Martina Richwien vom Fachbüro R&Y Energiewandel aus Potsdam, die über ausgewiesene Expertise in der Prozessbegleitung und -moderation verfügt.
Ziel der Pilotphase ist es, belastbare Governance- und Berichtsstrukturen zu entwickeln und zu erproben, die eine Übertragung der Erfassung und Bilanzierung auf die gesamte Landes- und Bezirksverwaltung ermöglichen.
Mit dem Niedersächsischen Klimagesetz (NKlimaG) setzt das Land Niedersachsen einen verbindlichen Rahmen, um den Herausforderungen des Klimawandels wirksam zu begegnen. § 18 verpflichtet die Landkreise und kreisfreien Städte, konkrete Schritte zur Dekarbonisierung ihres Verwaltungsbetriebes zu entwickeln und ab 2026 ein eigenes Klimaschutzmanagement einzuführen. Bis 2040 sollen die kommunalen Verwaltungen treibhausgasneutral arbeiten.
Das Leipziger Institut für Energie begleitete in diesem Prozess zwei große niedersächsische Kommunen: den Landkreis Osnabrück und den Landkreis Cuxhaven, jeweils mit rund 1.300 Mitarbeitenden.
Im Laufe des Jahres 2025 erarbeitete das Leipziger Institut für Energie gemeinsam mit dem Landkreis Osnabrück die Ausgangsbilanz für das Jahr 2023. Darauf aufbauend wurden Ziele, Zwischenziele und Maßnahmen definiert, die eine treibhausgasneutrale Kreisverwaltung bis 2040 ermöglichen sollen. Neben fachlicher und organisatorischer Unterstützung führte das Institut einen Verwaltungsworkshop durch und entwickelte Empfehlungen zur Verstetigung und zum Monitoring des Klimaschutzprozesses. Am 15.12.2025 wurde das Klimaschutzkonzept durch den Kreistag beschlossen – und erfüllt damit die gesetzliche Verpflichtung zur Erstellung eines entsprechenden Konzeptes für die Kreisverwaltung.
Parallel unterstützt das IE Leipzig seit Mitte 2025 den Landkreis Cuxhaven. Auch hier wurde für das Jahr 2023 eine Ausgangsbilanz erstellt, Ziele festgelegt und Maßnahmen mithilfe interner Akteursbeteiligung erarbeitet. Besonders bemerkenswert ist, dass der Landkreis Cuxhaven bereits bis 2035 eine treibhausgasneutrale Verwaltung anstrebt. Zudem erweitert das Konzept den Blick auf die Zusammenarbeit mit den zehn kreisangehörigen Kommunen und beschreibt gemeinsame Handlungsfelder für mehr Klimaschutz in der Region. Das Konzept befindet sich aktuell in der finalen Abstimmung und soll im März 2026 dem Kreistag zur Beschlussfassung vorgelegt werden.
Das EnergieNetzWerk Mitteldeutschland (ENMD, früher NEU e. V.) ist die zentrale Kommunikationsplattform für Unternehmen, Verwaltung und Wissenschaft zu allen Energiefragen in Mitteldeutschland. Durch die Zusammenführung von Kompetenzen und innovativen Ideen sollen dauerhafte Partnerschaften zum Nutzen der Region etabliert werden. Nach der Änderung der Ausrichtung und des Vereinsnamens 2024 wurde am 20.01.2026 bei einer Mitgliederversammlung ein neuer, auf fünf Personen vergrößerter Vorstand gewählt. Diesem Vorstand gehört nun auch Matthias Reichmuth (links im Bild) an, der als Geschäftsführer das Leipziger Institut für Energie vertritt. Das IE Leipzig war bereits 2011 Gründungsmitglied des Vereins, der mittlerweile über die Stadt Leipzig hinausgewachsen ist und inzwischen mehr als 60 Mitglieder umfasst. Die damit gestiegenen Anforderungen der Netzwerkarbeit sollen jetzt auch durch den vergrößerten Vorstand bewältigt werden.
Mehr zum ENMD finden Sie unter:
Das Amt Mecklenburgische Schweiz hat die kommunalen Wärmepläne für seine 15 amtsangehörigen Gemeinden veröffentlicht. Das Leipziger Institut für Energie hat den Prozess fachlich begleitet und insbesondere bei der Öffentlichkeitsbeteiligung unterstützt. Die Wärmepläne zeigen auf, wie die Wärmeversorgung im Amtsgebiet langfristig klimaneutral gestaltet werden kann und welche Wärmeversorgungsoptionen künftig zur Verfügung stehen. Im nächsten Schritt gilt es nun, die vorgeschlagenen Umsetzungsmaßnahmen weiter auszugestalten und schrittweise umzusetzen.
Die Wärmepläne stehen hier zur Verfügung: